ÜBERBLICK
Musiktherapie
Vagusonar-Therapie
– die stimmige Brücke zwischen Kohärenz-Resilienz-Salutogenese
Wenn auch die Gesangstherapie innerhalb der etablierten Musiktherapie-Formen eine lediglich untergeordnete Rolle spielt, wurde jedoch spätestens seit der Corona-Pandemie mit deren gesundheitlichen Spätfolgen deutlich: Atmen, Summen, Gurgeln finden innerhalb der ganzkörperlichen Therapie-Ansätze steigende Akzeptanz.
Der Vagusnerv erlangt als Antagonist zum häufig überlasteten Sympathikus vermehrte Aufmerksamkeit, die in evidenzbasierte Forschungsergebnisse und zahlreiche Veröffentlichungen zielt. Der ganzkörperliche Gesangsansatz, im Allgemeinen als „klassischer Gesang“ bezeichnet, findet dennoch kaum Anwendung. Grund dafür mag seitens TherapeutInnen und KlientInnen die als mangelhaft empfundene eigene Klangwertigkeit sein, nicht selten gekoppelt an Schamgefühl und Kritikangst. Einer anonymisierten Online-Umfrage mit dem Titel: Singen-Sprechen-Atmen (2020) zufolge, an der deutschlandweit fast 140 Befragte aller Altersklassen und Berufssparten teilnahmen, wurde deutlich, dass die Wenigsten unter ihnen im Krankheitsfall Gesangstherapie von deren behandelnden ÄrztInnen empfohlen, noch explizit von Musik-TherapeutInnen angeboten bekamen.
Der vagusonare Stimmansatz, der innerhalb des EMTC 2025 in Hamburg einem breiten Fachpublikum vorgestellt werden soll, kann hier eine kraftvolle Brücke bauen. Die Vagusonar-Therapie führt auf leichtzugängliche Weise und in kürzester Zeit zu einem ausdrucksstarken, holistischen Körperklang, ohne dabei stimmlich zu werten. Diese gesangstherapeutische Behandlungsform zeichnet sich durch das Herabführen der Sprech- und Singstimme bis unterhalb des Zwerchfells aus. Somit können der Vagusnerv in dessen gesamter Länge und Breite mittels entstehender Klangvibrationen innerviert, sowie eine verzögerte Ausatmung geschult werden. Im Ergebnis entfalten sich holistisch stabilisierende Effekte (Vernetzungen), die kraft- und gesundheitsfördernd auf die meisten relevanten Krankheitsbilder innerhalb der modernen Musiktherapie-Formen wirken. Der vagusonare Stimmansatz wirkt trophotrop und ergotrop zugleich, Allostase führt zu Homöostase – für TherapeutIn und KlientIn.

